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Radio Erzgebirge - Nachrichten

06.02.2018 14:15 (Politik)
» Sachsengespräche mit Korrekturbedarf «
(SvS) STOLLBERG / AUE: Der Erzgebirgskreis im politischen Ausnahmezustand. Den ganzen Montag über bereisten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Bild Mitte) und weitere Ministerkolleginnen und -kollegen den Erzgebirgskreis. Es sollten Gespräche mit Ohr an der Masse sein. Das hatte Kretschmer zu seinem Antritt versprochen. Und er sprach mit vielen: Handwerkern, Bürgermeistern, mit dem Landrat, dem Christlichen Jugenddorfwerk, mit Journalisten - und mit Bürgern.
Auf seiner Tour war das Kreiskrankenhaus Stollberg eine Station. Begleitet wurde er durch das Haus von Geschäftsführerin Andrea Morzelewski und zahlreichen Fernsehkameras. Zweifelsohne hat sich die Einrichtung in den letzten Jahren und Jahrzehnten weiterentwickelt. Und weil in Sachsen, vor allem im ländlichen Raum, die Vielfalt der Hausärzte immer mehr verlorengeht, wird den Krankenhäusern wohl in Zukunft auch noch eine bedeutendere Rolle zukommen. In welcher Art, blieb zumindest für die Öffentlichkeit unbeantwortet. Ebenso, wie das alles bezahlt werden soll. Und außerdem sei das Gesundheitssystem ein bürokratisches Monster geworden, meint Morzelewski. Was nach dem Rundgang hinter verschlossenen Türen besprochen wurde, bleibt indes im Dunkeln.
Für viele Nachfragen blieb auch gar keine Zeit. Denn im Kulturhaus Aue wartete man schon auf die Riege der Regierenden. Kretschmer hatte versprochen, er werde mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Das hatten am Montagabend fast 600 dieser Bürger auch gewollt. Am Einlass bildete sich eine lange Schlange, die Sicherheitsvorkehrungen waren angepasst. Jeder Gast trug ein Namensschild, die Jacken mussten sicherheitshalber draußen bleiben. Kretschmer zur Begrüßung: "Sie müssen wissen, dass ich ein wirklich begeisterter Mensch des ländlichen Raums bin. Ich bin nicht der Meinung, dass der ländliche Raum ein Gebiet ist, wo man nur einfach auch leben kann, sondern ich bin einer, der wirklich mit großer Freude im ländlichen Raum lebt, da aufgewachsen ist und der sehr viel dafür tun will, dass es da einfach in Ordnung ist, dass man da gut leben kann."
Das in der vergangenen Woche verabschiedete Regierungsprogramm sei Grundlage für das Handeln der sächsischen Regierung in der nächsten Zeit. "Das ist voller Maßnahmen für den ländlichen Raum. Vom Breitbandausbau, dem öffentlichen Nahverkehr über die Freiwilligen Feuerwehren und dem Ehrenamt. Und ich würde mich freuen, wenn wir heute darüber miteinander ins Gespräch kommen.", ergänzte Kretschmer. Hier im Erzgebirge seien die Menschen ohnehin besonders fröhlich und zupackend. Er könne das vergleichen, sagte Kretschmer, denn er komme schließlich von der Brandenburger Grenze.
Was folgte, hatte aber eher den Eindruck einer weniger gelungenen Generalprobe des angepriesenen Sachsengesprächs. Wer ein Podium mit öffentlicher Diskussion erwartete, sah sich enttäuscht. Stattdessen konnte man sich an Tische setzen, an denen Minister und Staatssekretäre im Smalltalk die Fragen der Bürger beantworten sollten. Und da zeigte sich aber die Schwäche des Vorhabens: So viele Menschen passen nicht an einen Tisch. Die Interessenten stellten sich drumherum und versuchten mit spitzen Ohren den laufenden Gesprächen zu folgen. (Bild) Und das war kaum möglich, besonders bei Kultusminister Piwarz und dem Ministerpräsidenten war ein Durchkommen aussichtslos. Entsprechend enttäuscht bis verärgert waren die, die nicht zum Zuge kamen und unverrichteter Dinge schon zeitig den Heimweg antraten. Inhaltlich drang kaum etwas durch. Und so wurde der politische Tag im Erzgebirgskreis mit einem Abend beendet, deren Fortsetzung in anderen Landkreisen wohl dringend überdacht werden muss.