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Radio Erzgebirge - Nachrichten

17.10.2017 14:00 (Kultur)
» Singen und Courage zeigen in Stollberg «
(SvS) STOLLBERG: "Ich mach gern Musik und habe jeden Tag Bach gesungen im Thomanerchor.", singt Sebastian Krumbiegel zur Begrüßung. Später sang er auch bei "Herzbuben" und natürlich "Die Prinzen". Man kennt "Gabi und Klaus" oder "Millionär" noch heute und kann mitsingen. Sebastian Krumbiegel ist Musiker durch und durch und so war dessen Lesung aus seinem Buch am vergangenen Donnerstag auch fast schon nebensächlich. Musik bestimmte den Abend, zu dem der Verein "Menschlichkeit als Tradition" eingeladen hatte.
"Der Kontakt wurde hergestellt über ein Mitglied unseres Vereins. Wir hatten zu Beginn unserer Arbeit viele Leute angeschrieben und gefragt, ob sie uns unterstützen wollen. Da war er dabei und hat sich sehr dafür interessiert und auch engagiert. Weil er eben ein sehr engagierter Mensch ist.", sagt Lukas Hübsch, Vorstandsmitglied beim "Menschlichkeit als Tradition e.V."
Krumbiegel unterstützt zahlreiche Demokratie- und Friedensprojekte. Er zeigt Gesicht gegen Rechts, gegen Gewalt und Rassismus. Und er hat was zu erzählen: "Für mich ist dieser Abend ein sehr wichtiger Abend. Die Schlagzeilen, die wir aus Sachsen hören in den letzten Monaten und Jahren sind nicht besonders schön. Und ich habe heute erst mit Journalisten gesprochen und wurde auch immer wieder darauf angesprochen: Erzgebirge und Sachsen und überhaupt und Ostdeutschland… Und ich hab gesagt: Es ist doch heute die beste Schlagzeile, die wir haben können, dass heute 300 Leute in die Stollberger Kirche gekommen sind und bekennen sich zu Menschlichkeit als Tradition. Zu einem Verein, der sich darum kümmert, dass auch andere Signale aus Stollberg, aus Sachsen, aus dem Erzgebirge kommen. Und das find ich geil, das seid ihr, Leute!"
Das passt Krumbiegels Buch "Courage zeigen" wie die Faust aufs rechte Auge. Darin beschreibt er, warum ein Leben mit Haltung gut tut. Als Protagonist im Bereich der Unterhaltung entdeckte er, dass darin doch auch das Wort "Haltung" versteckt ist und es nichts Neues ist, dass Künstler ihre Öffentlichkeit nutzen, um für sie wichtige Themen anzusprechen. Doch er will nicht missionieren, sondern inspirieren.
Das Thema Courage ist für Sebastian Krumbiegel nicht erst seit dem traumatischen Überfall auf ihn durch Rechtsradikale enorm wichtig. Schon als Jugendlicher im rigiden DDR-System und während seiner Ausbildung im Thomanerchor fiel er durch sein rebellisches Naturell auf. Da kamen die Umbrüche, die zum Ende der DDR führten, gerade recht.
Mit seinem Buch zieht Sebastian Krumbiegel eine Zwischenbilanz seines Lebens und verknüpft seine Biographie mit zeitgeschichtlichen Ereignissen. Und er verrät: "Ich bin der schönste Junge in der DDR - und aus dem RGW".
Musik, Humor, Nachdenkliches und eigene Erinnerungen. Diese Mischung hat dem Publikum in der Stollberger Jakobikirche und dem Veranstalter Kraft gegeben.