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Radio Erzgebirge - Nachrichten

08.02.2018 10:00 (Politik)
» Zwönitz wehrt sich gegen Windkraftanlagen «
(SvS) ZWÖNITZ: In und um Zwönitz rumort es gewaltig. Noch heute kann man von der Erzgebirgsachse aus zwischen Zwönitz und Brünlos unverbaut auf ein besonderes Tal blicken: zum "Niederen Haselbach". Ein Naturschutzgebiet, seit 1993 sogar Flächennaturdenkmal. Doch das Areal ist gefährdet. Denn genau hier in diesem Gebiet könnten zukünftig bis zu 21 Windkraftanlagen stehen. Anlagen, die bis zu 200 Meter hoch sind. So ist es in einem Regionalplan des Planungsverbandes Chemnitz niedergeschrieben. Diese Planungen blieben bis ins vergangene Jahr hinein nahezu im Verborgenen. Doch jetzt herrscht Gegenwind. Genau so nennt sich eine Initiative von denen, die einen Windpark an dieser Stelle unbedingt vermeiden wollen, denn, so sagt Anke Jordan, "Unmittelbar angrenzend an dieses Windparkgebiet sind die Flächennaturdenkmäler Niederer Haselbach und Staubecken Niederer Haselbach östlich und westlich davon, die Brettmühle und in Dorfchemnitz der Schwemmteich und das Bächel. Diese Flächennaturdenkmale gelten als Rastplatz für viele zum Teil geschützte und bedrohte Vogelarten."
Geht es nach den Mitgliedern der Initiative, muss das Gebiet weiterhin geschützt werden. Nicht nur für Flora und Fauna, sondern auch für unsere Nachkommen. Zudem, so geben sie an, wären in den letzten 25 Jahren große Summen zum Erhalt der Flächennaturdenkmale aus der öffentlichen Hand eingesetzt worden. Und außerdem haben die Untersuchungen im Rahmen der Planungsphase einen großen Schönheitsfehler: sie beziehen sich ausschließlich auf den Artenschutz. Das heißt, sollte ein zu großes Risiko für die bedrohten und geschützten Vögel nachzuweisen seien, könnte es sein, dass dieses Gebiet wieder aus dem Entwurf gestrichen wird. Jordan: "Bei allem Verständnis für die Schaffung von Flächen für Windenergie ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass gerade hier so etwas geschaffen werden soll. Das ist eine absolute Fehlentscheidung. Es besteht keine Vereinbarkeit mit dem Natur- und Artenschutz."
Man fürchte sich vor Lärm, der noch in einem Kilometer Entfernung wahrzunehmen wäre. Und vor den Schlagschatten, die die Räder dann werfen. Die wären, so die Mitglieder der Bürgerinitiative, bis weit nach Günsdorf hinein wahrnehmbar. Das und die Geräusche machen krank, werten Wohngegenden oder Grundstücke ab. Die Reihe der auftretenden Symptome, die zusammengefasst als "Wind-Turbinen-Syndrom" bezeichnet werden, gehen von Schlafstörungen und Leistungseinbußen los und enden bei Panikattacken und Depressionen. Dauerstress eben. Und dann kämen noch die Gefahren im Winter dazu. Eisschlag zum Beispiel.
"Und da gibt es auch schon Studien. Bei maximal 25 Umdrehungen pro Minute können Eisklumpen oder Teile bis zu einen Kilometer Entfernung zurücklegen und mit bis zu 300 km/h einschlagen.", informiert Steffen Hahn von der Bürgerinitiative "Gegenwind Zwönitz". Geschätzt würde kein einziger Zwönitzer von den Auswirkungen des Windparks mittelbar oder unmittelbar nicht betroffen sein. Und damit das auch jeder weiß, macht sich die Initiative Gegenwind weiter stark. Zum Beispiel mit einer Unterschriftenaktion. Und, ganz nebenbei, auch der Stadtrat Zwönitz ist gegen den Bau eines Windparks. Man befürchtet, der beantragte Bau könnte sich nachteilig auf den beantragten Titel zum Weltkulturerbe auswirken.
Die Anzahl der Windkraftanlagen zur Ökostromproduktion ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. So wurden 2017 auf dem Festland 1.792 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 5.333 Megawatt neu gebaut. Zum Jahreswechsel 2017/18 waren damit in Deutschland 28.675 Windenergieanlagen am Netz, ebenfalls auf dem Festland.
Die Verbände fordern die Politik auf, zusätzliche Flächen auszuschreiben, um den von Union und SPD vorgeschlagenen Anteil von 65 Prozent erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 zu erreichen.